geklaut.
Und mit der frühen Dunkelheit legt sich ein Schatten auf dein Selbst. Und wie verächtlich mit zu früh gestorbenem Laub, spielt der kalte Wind mit deinen haltlosen Gedanken, bläst die Zuversicht davon, wirbelt die Ängste empor, lässt Zweifel graupeln und dich für lange, unendlich erscheinende Augenblicke erschaudern. Und unter einem schweren, nicht wärmenden Mantel von Traurigkeit drückt er dir die Luft aus den Lungen, presst dich in eisige Ecken, legt sich schwer auf deine Lider und Knochen, und vor deinen trägen Augen gefriert er deine Sorgen zu unbeweglichen, unüberwindbaren Klötzen. Und er isoliert dich von den schnell Vorbeihuschenden, drängt dich in deine eigene kleine Höhle, in der dein Atem zu diesigen Wolken wird, die zu kaltem Staub zerbröseln. Und wie jedes Jahr glaubst du, dass du diesen Winter nicht überstehst. Und wie jedes Jahr ist es der eine und letzte warme Gedanke in der hintersten Ecke deines Geistes, der dir sagt, dass du es doch tun wirst. Irgendwie. Die Straßenbahnen sprühen Funken in das Grau. Und dann gehst du ganz entschlossen los, dir einen Mantel kaufen.
von sebastjan.wie schön.
von sebastjan.wie schön.

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